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„Grünere“ Produkte und Lösungen

Bei einem Portfolio aus über 300.000 Produkten für 1 Million Kunden kann es aus ökologischer Sicht eine entscheidende Rolle spielen, wie wir Produkte herstellen, vertreiben und ihre Handhabung und Entsorgung ermöglichen. Es ist uns ein Anliegen, mit Kunden, Mitarbeitern und Lieferanten daran zu arbeiten, neue und innovative Prozesse und Produkte zu entwickeln, die zu einem gesünderen Ökosystem und mehr Sicherheit in der Welt beitragen.

„Design for Sustainability“ – Nachhaltige Produktentwicklung

2014 haben wir das Programm „Design for Sustainability“ (DfS) ausgearbeitet, unseren Goldstandard in der Produktentwicklung, bei dem Nachhaltigkeit in jeder Phase des Produktlebenszyklus im Vordergrund steht: Wir entwickeln, konzipieren und gestalten Produkte so um, dass sie so umweltverträglich wie möglich sind und negative Einflüsse auf die menschliche Gesundheit minimiert werden. Dabei verbessern wir gleichzeitig die Produktleistung.

Entwicklung

Wir haben die DfS-Grundsätze in unseren Produktentwicklungsprozessen verankert, um in allen Phasen des Produktlebenszyklus einen geringeren Material-, Energie- und Wasserverbrauch sowie ein niedrigeres Abfallaufkommen zu erreichen. Mit unseren Produkten können unsere Kunden Nachhaltigkeitsziele nicht nur erreichen, sondern sogar übertreffen. Im Rahmen des DfS-Programms umfasst der Produktentwicklungsprozess drei Phasen:

  1. Überlegungen zu den Auswirkungen auf den Produktlebenszyklus, Möglichkeiten und Rückmeldungen von Kunden. In den frühen Phasen des Produktentwicklungsprozesses ermitteln wir zunächst die zentralen Elemente der ökologischen Auswirkungen über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg. Wir führen auch Kundenbesuche und -gespräche durch, um ein konkretes Bild von den wichtigsten Hindernissen und Anforderungen im Bereich Nachhaltigkeit zu erhalten.

  2. Bewertung und Auswahl von Zielkriterien. Im nächsten Schritt ermitteln wir, in welchen Bereichen Verbesserungen und damit verbundene Nachhaltigkeitsziele in der Produktentwicklung möglich sind. In der Regel wählen wir bei einem Produkt mindestens drei Nachhaltigkeitskriterien aus, die folgende Bereiche beeinflussen: Materialien, Energie und Emissionen, Wasser, Abfall, Verpackung, Einsatzfähigkeit und Innovation.

  3. Produktentwicklung und Analyse der Verbesserung

    In dieser Phase entwickeln und testen wir das Produkt und überprüfen und dokumentieren die Fortschritte im Hinblick auf unsere erklärten Nachhaltigkeitsziele. Anschließend bewerten wir die Nachhaltigkeit des Projekts unter Berücksichtigung der Frage, wie viele Nachhaltigkeitskriterien das Produkt erfüllt.

Auf der Grundlage des DfS-Prozesses haben wir die Filtrationssysteme Stericup® E und Steritop® E als grünere Alternativen zu den Standardsystemen für Sterilfiltration entwickelt. Die neuen Filtrationssysteme Stericup® E und Steritop® E wurden so konzipiert, dass unsere Kunden Standardmedienflaschen oder Glasware direkt und ohne Plastiktrichter an die Filtereinheit anschließen können.

Dank dieser Innovation konnten der Plastikverbrauch pro Einheit und die entsprechende Verpackungsmenge im Vergleich zu den Standardfiltrationssystemen Stericup® und Steritop® signifikant reduziert werden. Dadurch sinken nicht nur die Anforderungen an die Lagerung sowie die Emissionen während des Transports, sondern letztlich auch das Abfallaufkommen und die damit verbundenen Kosten für unsere Kunden. Ausführlichere Informationen zu diesen Produkten erhalten Sie auf unserer Website zu den Filtrationssystemen Stericup® E und Steritop® E.

Materialien

Abbildung 1.Materialien

Beratung

Wir sind davon überzeugt, dass ein Unternehmen weit mehr für die Umwelt tun sollte, als nur „grünere“ Produkte anzubieten. Aus diesem Grund konzentrieren wir uns darauf, unser Fachwissen und unsere Erfahrung an unsere Kunden weiterzugeben und mit ihnen zusammenzuarbeiten, um das Konzept der Grünen Chemie auf ihre eigene Forschung und ihre eigenen Betriebsabläufe zu übertragen. Bei Fragen erreichen Sie uns unter folgender E-Mail-Adresse: ssbi@milliporesigma.com.

Neugestaltung

Wir nutzen unsere zentralen Stärken im Bereich Innovation und die „12 Prinzipien Grüner Chemie“, um bestehende Produkte neu zu gestalten, und bieten hochmoderne grünere Produkte und Tools für über 1 Million Kunden weltweit. Wir haben auch als erstes Unternehmen der Branche ein Regelwerk ausgearbeitet, anhand dem unsere Kunden, andere Stakeholder und unsere eigenen Wissenschaftler und Forscher erkennen können, was genau an unseren neu gestalteten grüneren Alternativen umweltverträglicher ist.

12 Prinzipien Grüner Chemie

Unser Ansatz bei der Neu- bzw. Umgestaltung orientiert sich an den 12 Prinzipien Grüner Chemie nach Paul T. Anastas und John C. Warner (1991). Anhand dieser Kriterien suchen wir nach innovativen Lösungen für wichtige Fragen, beispielsweise, wie Chemikalien, Prozesse oder Produkte bei gleichzeitiger Verringerung der Risiken für die menschliche Gesundheit und die Umwelt sowie effizienterem Energieeinsatz „grüner“ gestaltet werden können.

DOZN™

Dank DOZN™, dem branchenweit ersten Tool für die quantitative Bewertung Grüner Chemie, können wir die unterschiedlichsten Produkte und Prozesse konsistent anhand der 12 Prinzipien Grüner Chemie bewerten. Dabei können wir auf bereits verfügbare Daten und branchenweit anerkannte Praktiken zurückgreifen. Mithilfe von DOZN™ können wir aussagekräftige Informationen über nachhaltige Optionen in der Chemie bereitstellen und, wie bereits ausgeführt, unsere Kunden, andere Stakeholder und unsere eigenen Wissenschaftler und Forscher informieren, was genau an unseren neu gestalteten grüneren Alternativen umweltverträglicher ist.


Ein Beispiel für eine Bewertung mit DOZN™ aus der Praxis: Neuerungen in der Herstellung des Enzyms β-Amylase

Beispiel für eine Bewertung mit DOZN™

Beispiel für eine Bewertung mit DOZN™

Umweltverträglichere Alternativen zu konventionellen Produkten

Wir bieten unseren Kunden über 1.100 umweltverträglichere Alternativen, um dabei zu helfen, die ökologischen Auswirkungen ihrer Arbeit zu minimieren. Gleichzeitig können sie darauf vertrauen, dass ihre Ergebnisse nicht beeinträchtigt werden. Diese „grüneren“ Alternativen, die wir mit einem kleinen grünen Symbol kennzeichnen, konnten wir dank unseren Stärken in den Bereichen Innovation und Nachhaltigkeit entwickeln. Dabei unterscheiden wir vier Kategorien:

  1. Neugestaltete Produkte: Komplett neu überarbeitete Produkte, die mit weniger Ressourcen, in einem weniger gefährlichen Verfahren und/oder mit geringerem Abfallaufkommen hergestellt werden; dabei werden die umweltverträglicheren Aspekte mit dem DOZN™ Tool bewertet.

  2. Produkte im Einklang mit den 12 Prinzipien der Grünen Chemie: Diese Produkte entsprechen einem oder mehreren Prinzipien der Grünen Chemie.

  3. Die Forschung unterstützende Produkte: In der Forschung zu alternativen Energien bilden diese Produkte die Grundlage für umweltverträglichere Alternativen.

  4. Im Rahmen des DfS-Programms entwickelte Produkte: Produkte, die gemäß unseres Programms „Design for Sustainability“ (DfS) entwickelt wurden und wesentliche Nachhaltigkeitsmerkmale aufweisen.

Gemeinsam für mehr Nachhaltigkeit

Unser Engagement für Nachhaltigkeit umfasst auch die Zusammenarbeit mit unseren Partnern – von Lieferanten über Auftragshersteller bis hin zu Dienstleistern – bei der Entwicklung von Projekten und Prozessen, die sowohl einen Nutzen für mehr Nachhaltigkeit als auch das Geschäft bieten.

Wir haben uns mit anderen multinationalen Unternehmen im Rahmen der Initiative „Together for Sustainability“ (TfS) zusammengeschlossen, um die Nachhaltigkeitspraktiken in unserer Branche zu bewerten und zu verbessern. Wir profitieren von der Auslagerung der Lieferantenbewertung an qualifizierte Drittanbieter und der Bündelung und dem Austausch von Lieferantenbewertungen mit anderen TfS-Mitgliedern. Ein bedeutender Anteil der von der Merck KGaA, Darmstadt, Deutschland angestoßenen Bewertungen entfällt auf Zulieferer aus dem Bereich Life Science. Anhand dieser Ergebnisse arbeiten wir mit unseren Partnern daran, sicherzustellen, dass sie ihre Nachhaltigkeitspraktiken kontinuierlich verbessern.

Erfahren Sie mehr über TfS.

Distribution

Mit über 300.000 Produkten im Sortiment bietet unser Life Science-Geschäft viele der renommiertesten Marken der Branche, darunter Sigma-Aldrich, Supelco, Millipore, Milli-Q, SAFC und BioReliance. Diese Produkte werden an 60 Standorten hergestellt und weltweit über mehr als 100 Distributionszentren vertrieben.

Verpackung

Für unsere Kunden stellen Produktverpackungen eine der sichtbarsten und greifbarsten Umweltauswirkungen dar – aus diesem Grund ist dieser Aspekt für uns von größter Bedeutung. Wir arbeiten an der Verbesserung der Verpackungsqualität und streben gleichzeitig danach, den Abfall zu reduzieren und die Zeit, den Aufwand und die Kosten, die mit dessen Handhabung und Entsorgung verbunden sind, zu senken. Die Verpackung ist ein zentraler Schwerpunkt unseres Engagements, Verbesserungen zu erzielen, ohne Abstriche bei Qualität und Sicherheit zu machen.

„Smash Packaging“-Initiative

Mit unserer auf vier Jahre angelegten Verpackungsinitiative „SMASH Packaging Plan“ wollen wir bis 2022 die Nachhaltigkeit unserer Verpackungen steigern. Dabei setzen wir neue verpackungsspezifische Standards und Ziele in vier Bereichen, über die wir transparent berichten: „SHRINK (verringern)“, „SECURE (erhalten)“, „SWITCH (umstellen)“ und „SAVE (einsparen)“.

Beispiele für Verpackungsinnovationen aus der Praxis

Im Folgenden finden Sie eine Übersicht über ausgewählte Verpackungsinnovationen, die wir für und mit Kunden, Lieferanten und Partnern hervorgebracht haben.

TITRIPAC®
Titripac®

Wir haben ein intelligentes Verpackungssystem entwickelt, das die Leistung verbessert, indem es Kontaminationen verhindert und den direkten Anschluss an einen Titrator ermöglicht. Darüber hinaus wurden das Gesamtgewicht der Verpackung reduziert, der Einsatz von wiederverwertbarem Verpackungsmaterial erhöht und der Chemikalienabfall reduziert.

Cut Disc Filters Packaging System
Verpackungssystem für Scheibenfilter

Wir haben das Verpackungssystem für unsere Scheibenfilter mit Blick auf eine bessere Anwenderfreundlichkeit und geringere Umweltbelastung grundlegend überarbeitet. Das neue Verpackungssystem wird mit 22 % weniger Kunststoff hergestellt und es wird Polystyrol statt Polypropylen verwendet: Dieses hat ein um 43 % geringeres Treibhauspotenzial als Polystyrol.

Bulk Packaging for Millistak+® Pods
Großpackung für Millistak+® Pods

Wir haben eine nachhaltigere Großpackung für unsere Millistak+® Pod Einweg-Tiefenfilter entwickelt, um den Transport und Wareneingangsprozesse zu optimieren und Abfallmengen zu reduzieren. Pro Palette umfasst die Großpackung 27 Pods in 3 Kartons, bei 9 Pods pro Verpackungsebene. Im Vergleich zur Standardverpackung wird so 24 % weniger Verpackungsmaterial benötigt.

Greener Cooler
Umweltverträglichere Kühlbox

Unsere umweltverträglichere Kühlbox für den Transport unserer temperaturgeführten Produkte stellt eine Alternative zu Isolierbehältern aus expandiertem Polystyrol dar. Diese Box aus Papier und Stärke wurde neben anderen Produkten aus Papier und Wellpappe als wiederverwertbar zertifiziert.

ReCycler™ Programm

Im Rahmen unseres Kreislaufsystems ReCycler™ beliefern wir Kunden in den USA mit speziellen Großgebinden für Lösungsmittel. Nachdem diese geleert sind, nehmen wir sie wieder zurück und verwenden sie wieder. Die Umstellung auf diesen Lösemittel-Lieferservice erlaubt es unseren Kunden, ihren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. Dadurch sparen sie die Kosten für kleinere Behälter, die anschließend auf einer Deponie oder in einer Abfallentsorgungsanlage entsorgt werden müssten.

Recycling

Die Verwendung von Einwegprodukten aus Kunststoff erfreut sich in der Life Science-Branche einer immer größeren Beliebtheit. Wir haben uns dieser Herausforderung gestellt und gemeinsam mit Kunden und der Entsorgungsbranche ein wegweisendes Recyclingprogramm mit einem einzigartigen Prozess entwickelt. In den USA können dadurch fast 100 Prozent der Produkte wiederverwertet und als weiterer Vorteil rückverfolgt werden.

Wir sind stolz darauf, was wir bisher erreicht haben. Dennoch haben wir stets die Zukunft im Blick. Mit unseren Programmen machen wir einen Anfang im Hinblick auf die Möglichkeit, „Einwegprodukte“ als „Materialien“ einzustufen, die auf andere Weise wiederverwendet werden können. Dies hilft nicht nur uns, sondern auch unseren Kunden dabei, Umweltbelastungen zu verringern.

Biopharma Recycling-Programm

Durch unser einzigartiges Biopharma Recycling-Programm können in der biopharmazeutischen Herstellung anfallende Einwegprodukte wie Beutel für Bioreaktoren, Verbrauchsmaterialien, Filter, Schutzkleidung, Handschuhe und leere Gebinde – selbst wenn diese als biologische Gefahrstoffe eingestuft sind – zu Kunststofferzeugnissen in Industriequalität recycelt werden. Dazu gehören Bohlen für den Landschaftsbau, Stützmauern, Bodenschwellen, Absperrvorrichtungen für Parkplätze und Kunststoffpaletten.

Wir arbeiten kontinuierlich daran, neue Kunden in das Programm aufzunehmen und haben uns zum Ziel gesetzt, diesen einzigartigen Prozess künftig auch in anderen Ländern einzuführen.

Infografik zum Biopharma Recycling-Programm herunterladen

In einer kommerziell betriebenen biopharmazeutischen Produktionsanlage fallen jedes Jahr schätzungsweise über 150 Tonnen Abfallmaterial an. Mit dieser Menge lassen sich sieben 45-Fuß-LKW-Container füllen.

Seit dem Start des Programms haben wir mehr als 5200 Tonnen biopharmazeutische Abfälle recycelt.

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Merck

Forschung. Entwicklung. Produktion.

Wir sind ein führender Anbieter für die globale Life-Science-Industrie mit Lösungen und Dienstleistungen für die Forschung, Entwicklung und Produktion in der Biotechnologie sowie für die Arzneimittelforschung und -produktion in der Pharmaindustrie.

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